Mit welchen Fragestellungen beschäftigt sich das Studienfach?

    • Aufbau der Materie – von Atomen zu Molekülen, Aggregaten und Netzwerken
    • Funktionen und Eigenschaften von Atomen und Atomgruppierungen
    • chemische Reaktionen
    • Design und Synthese von Molekülen
    • Untersuchung der Strukturen und Eigenschaften von Molekülen und Materialien

    Was sind mögliche Berufsfelder und Arbeitgeber nach dem Studium?

    • Chemische Industrie (Forschung und Entwicklung, Produktion)
    • Öffentlicher Dienst (Verbraucherschutz, Aufsichtsbehörden, Materialprüfung etc.)
    • Qualitätssicherung, Bauindustrie, Hochschulforschung, chemische Ausbildung
    • Wissenschaftsredaktionen, Handelsvertreter

    Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten solltest du für das Studium mitbringen?

    • Neugier
    • chemische Kompetenz
    • Verständnis für naturwissenschaftliche Zusammenhänge
    • solide Kenntnisse in Mathematik und Physik
    • Freude an wissenschaftlichen Diskussionen
    • handwerkliche Fähigkeiten (Apparatebau) und Geschicklichkeit
    • Planungskompetenz für zeitliche Abläufe bei chemischen Synthesen
    • solide Englischkenntnisse
    • Teamfähigkeit und Kommunikationsbereitschaft

    Welche Interessen solltest du für das Studium mitbringen?

    • Interesse an Naturwissenschaften
    • Begeisterung für die Durchführung und Planung von wissenschaftlichen Experimenten
    • Bereitschaft zur Auswertung und Diskussion von experimentellen Ergebnissen
    • Freude an der Aufklärung mathematischer Zusammenhänge
  • Lebensmittelchemie

  • Master

    Einzelfach mit 120 Punkten
    Abschluss M.Sc.
    Studienbeginn SS / WS
    Zugangsvoraussetzung Fachliche Zugangsvoraussetzungen
    Eignungsprüfung Eignungsverfahren (Master)
    Regelstudienzeit 4 Semester
    Hinweise Achtung: Fristgerechte Bewerbung erforderlich!

Medien

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Gegenstand des Faches

LebensmittelchemikerInnen bewerten die Qualität und Unbedenklichkeit von Lebensmitteln, Kosmetika, Bedarfsgegenständen und Futtermitteln vor rechtlichem, physiologischem und warenkundlichem Hintergrund. Ein wichtiger Aspekt hierfür ist die qualitative und quantitative Analyse mit modernen instrumentellen und molekularbiologischen Methoden. Neben der Anwendung ist auch die Entwicklung neuer anspruchsvoller Analysemethoden ein weiteres Aufgabengebiet. Des Weiteren spielt die Erforschung der Bioaktivität von Lebensmittelinhaltsstoffen im menschlichen Organismus eine immer wichtigere Rolle.

Die Arbeitsgruppe von Professor Leane Lehmann beschäftigt sich mit der Gesundheitswirkung von Lebensmittel-Inhaltsstoffen und -Kontaminanten, insbesondere deren Schicksal im Lebensmittel und menschlichen Körper und die Wirkung der Ausgangssubstanzen sowie deren Umwandlungsprodukte auf die genetische Stabilität:

Bereits seit 30 Jahren ist bekannt, dass schätzungsweise 35 Prozent der Tumor-Neuerkrankungen auf die menschliche Ernährung zurückgeführt werden können. Diese Beobachtung wurde lange Zeit ausschließlich auf kanzerogene Lebensmittel-Inhaltsstoffe und -Kontaminanten zurückgeführt. Die Tumorentstehung ist jedoch ein komplexer Prozess, der sowohl durch die Eigenschaften des auslösenden Kanzerogens als auch die des Zielgewebes definiert wird.

Kanzerogene sind oft Mutagene, deren Wirkung von ihrer Aufnahme, Verteilung und Metabolisierung bestimmt wird. Die Empfindlichkeit des Zielgewebes wird unter anderem durch seine Proliferationsrate, Entgiftungs-, DNA-Reparatur und Apoptosekapazität charakterisiert. All diese Prozesse sind auf vielfältigste Weise beeinflussbar. So könnten viele Lebensmittelinhaltsstoffe selbst mutagen sein, die mutagene Wirkung von endogenen und exogenen Stoffen oder die Empfindlichkeit eines Gewebes auf einer Vielzahl von Wegen positiv oder negativ beeinflussen und sind daher attraktiv für den Einsatz in „funktionellen“ Lebensmitteln.

Obwohl viele Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung auf molekularer Ebene ungeklärt sind, erfreuen sich diese „funktionellen“ Lebensmittel mit realer oder postulierter Gesundheitswirkung immer größerer Beliebtheit und werden auch ohne klare Sicherheits- und Wirkungsbelege konsumiert. Daher liegt der Arbeitsschwerpunkt der Arbeitsgruppe Lehmann auf:

  • der Identifizierung endogener und in Lebensmitteln enthaltener Mutagene
  • der Aufklärung ihrer molekularen Wirkmechanismen
  • der Untersuchung des Einflusses von Inhaltsstoffen aus funktionellen Lebensmitteln auf diese Mechanismen

Die Lebensmittelchemie ist daher ein interdisziplinäres Forschungsfeld aus verschiedenen naturwissenschaftlichen Bereichen (Chemie, Biologie, Medizin (Toxikologie, Physiologie), Ernährungswissenschaften, Lebensmitteltechnologie und Lebensmittelrecht).

Lebensmittelchemie in Würzburg

Nahrungsergänzungsmittel und funktionelle Lebensmittel erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Verbraucher versprechen sich einen positiven Einfluss auf ihre Gesundheit bis hin zum Schutz vor Krankheiten. Als Beispiel seien hier Phytosterol-angereicherte funktionelle Lebensmittel genannt, die den Cholesterinspiegel senken und so vor Herz-Kreislaufkrankheiten schützen sollen. Manchmal soll das Nahrungsergänzungmittel auch ein Arzneimittel ersetzen (beispielsweise Soja-basierte Nahrungsergänzungsmittel, die die umstrittene Hormonersatztherapie in den Wechseljahren ersetzen sollen). Unsere Forschungsschwerpunkte sind die Wirksamkeit und Sicherheit von solchen Lebensmitteln. Besonderes Augenmerk richten wir auf Lebensmittelinhaltsstoffe, die in die Funktion menschlicher Hormone eingreifen und solche, die das menschliche Erbgut schädigen könnten. Wir bestimmen zum einem mit empfindlichen chromatographischen Methoden die Konzentration dieser Stoffe in Lebensmitteln und in Körperflüssigkeiten. Zum anderen untersuchen wir mit molekularbiologischen Methoden ihre Wirkung auf isolierte zelluläre Strukturen und Enzyme, kultivierte Zellen und den ganzen Organismus.

Das Studium der Lebensmittelchemie gliedert sich in ein 6-semestriges Bachelorstudium und ein anschließendes 4-semestriges Masterstudium.

Das Bachelorstudium vermittelt das Basiswissen in Biologie, Mathematik und Physik sowie fundierte Kenntnisse in Chemie. Ab dem vierten Semester fokussiert sich das Studium auf die Zusammensetzung, Herstellung, Bewertung und Qualitätssicherung von Lebensmitteln. Der Schwerpunkt liegt auf der instrumentellen und molekularbiologischen Analytik von Lebensmittelinhaltsstoffen. Am Ende des praxisorientierten Studiums steht die Bachelorarbeit mit lebensmittelanalytischer Fragestellung. Der breite Einblick in lebensmittelchemische Aufgaben und deren experimentelle Lösungen qualifiziert AbsolventInnen für eine berufliche Tätigkeit und vor allem für den Einstieg in ein konsekutives (anschließendes) Masterstudium (4 Semester).

Grundlagen- und Orientierungsprüfung

Durch die Grundlagen- und Orientierungsprüfung (GOP) wird festgestellt, ob Studierende über das Grundwissen für das Fachgebiet verfügen und für das Studium geeignet sind.

Derzeit gilt für Studienanfänger des Studiengangs Lebensmittelchemie, dass am Ende des zweiten Semesters die Modul „Allgemeine und Anorganische Chemie für Studierende der Lebensmittelchemie (08-LMC-AC1)“ und "Quantitative Anorganische Chemie für Studierende der Lebensmittelchemie (08-LMC-AC2)" sowie eines der drei Module „Mathematik für das Studienfeld Biologie und Chemie (10-MMCB)“, „Allgemeine Biologie der Nutzpflanzen von Lebens- und Futtermittel (07-LMC-BIO1)“ oder „Einführung in die Physik für Studierende eines physiknahen Nebenfachs (11-EFNF)“ zu bestehen und gegenüber dem Prüfungsamt nachzuweisen sind, ansonsten gilt die Grundlagen- und Orientierungsprüfung erstmalig als nicht bestanden und kann einmal wiederholt werden, indem bis zum Ende des dritten Fachsemesters die genannten Module bestanden werden (Fachspezifische Bestimmungen zur ASPO 2015, § 5).

Für Studierende, die ihr Studium zu einem früheren Zeitpunkt aufgenommen haben, gelten gegebenenfalls andere Regelungen. Im Zweifel wenden Sie sich bitte an das Prüfungsamt.

Der Grad des Master of Science stellt einen weiteren berufsqualifizierenden bzw. forschungsorientierten Abschluss dar. Die im Rahmen des Master-Studiums erworbene Qualifikation entspricht der eines/einer LebensmittelchemikerIn, aber nicht der eines/einer staatlich geprüften LebensmittelchemikerIn aufgrund der Verordnung über die Ausbildung und Prüfung der Staatlich geprüften LebensmittelchemikerInnen (APOLmCh) vom 5. September 2008 (GVBl 2008, S. 651) in der jeweils geltenden Fassung.

Der/die AbsolventIn dieses Master-Studiengangs ist folglich berechtigt, die Berufsbezeichnung „LebensmittelchemikerIn“ zu führen; er oder sie ist folglich nicht berechtigt, die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter LebensmittelchemikerIn“ zu führen.

Der Master-Studiengang Lebensmittelchemie vermittelt alle in § 18 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 i.V.m. der Anlage 3 APOLmCh sowie die in § 20 Abs. 2 i.V.m. der Anlage 3 APOLmCh beschriebenen naturwissenschaftlichen Kenntnisse und Fähigkeiten sowie die dazu notwendigen Rechtskenntnisse für den Zweiten Prüfungsabschnitt i.S.d. APOLmCh, sofern diese noch nicht vollständig im vorhergehenden Bachelor-Studium behandelt wurden.

Diese sind insbesondere:

  • Chemie und Analytik der Lebensmittel einschließlich Wasser für den menschlichen Gebrauch, der kosmetischen Mittel, der Bedarfsgegenstände, der Tabakerzeugnisse nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 APOLmCh und der Futtermittel
  • Technologie der Lebensmittel einschließlich Wasser für den menschlichen Gebrauch, der kosmetischen Mittel, der Bedarfsgegenstände, der Tabakerzeugnisse nach § 1 Abs.1 Satz 1 Nr. 2 APOLmCh und der Futtermittel
  • Angewandte Biochemie einschließlich Ernährungslehre
  • Mikrobiologie und Lebensmittelhygiene – sind bereits Inhalt des Bachelorstudiums
  • Toxikologie und Umweltanalytik
  • Grundlagen des Lebensmittelrechts und der amtlichen Überwachung von Erzeugnissen und Tabakerzeugnissen nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 APOLmCh

Zulassungsvoraussetzungen

Um das Masterstudium aufnehmen zu können, ist ein erfolgreich absolviertes Erststudium (in der Regel ein Bachelorstudium) Voraussetzung. Außerdem müssen bestimmte fachliche Zulassungsvoraussetzungen (im Erststudium erworbene Kompetenzen) gegeben sein. Darüber hinaus muss der Bewerber auch seine Eignung zur Aufnahme des Masterstudiums nachweisen können (Eignungsverfahren). Nähere Informationen zu den Zugangsvoraussetzungen und zum Eignungsverfahren können den Fachspezifischen Bestimmungen.

Bereits Studienbeginn findet in der Regel eine Einführungsveranstaltung der Fachschaft statt. Hier bekommen Sie sehr hilfreiche Tipps, weshalb eine Teilnahme unbedingt zu empfehlen ist. Die Angaben, wann und wo die Einführungsveranstaltung stattfinden wird, finden Sie im Vorlesungsverzeichnis.

Vor der Einführungsveranstaltung ist es nicht nötig, einen Stundenplan zu erstellen.

Zum Programm der Einführungsveranstaltung gehören Kittelanprobe, Vorstellung der Studiengänge und Fachschaften, Erstellung des Stundenplans, eine Fragerunde zum Studium sowie eine Campus- und Stadtführung. Der Tag endet mit der Ersti-Party. Die Anmeldung erfolgt per Mail an die Fachschaft.

Der Studiengang Lebensmittelchemie ist ein deutschsprachiges Bachelor- und Masterstudium. Letzteres setzt gute Englischkenntnisse voraus. An das interdisziplinäre und forschungsorientierte Masterstudium kann eine Promotion an der Fakultät für Pharmazie und Lebensmittelchemie oder im Rahmen der Graduate School of Life Science und/oder der dritte Prüfungsabschnitt zum staatlich geprüften LebensmittelchemikerIn angeschlossen werden.

Teile der Ausbildung und der Promotion können auch im Ausland absolviert werden. LebensmittelchemikerInnen sind gesuchte Fachleute und finden mit einem Masterabschluss im In- und Ausland ausgezeichnete Arbeitsmöglichkeiten in der Lebensmittel-, pharmazeutischen und chemischen Industrie, sowie in Behörden und staatlichen und privaten Forschungseinrichtungen. Die Tätigkeitsfelder umfassen außerdem Projektmanagement, Marketing, Verkauf und Umweltschutz. Ihnen eröffnet sich der Zugang zu einer beruflichen Laufbahn mit anspruchsvollen Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Für Untersuchungen und Beurteilungen im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung sind sie meist in Chemischen Untersuchungsämtern der Bundesländer (zum Teil auch von Städten und der Bundeswehr) tätig; außerdem in Positionen bei Ministerien und Vollzugsbehörden.

Freiberuflich tätige LebensmittelchemikerInnen in einem selbstständigen Handelslabor beraten Hersteller, Importeure und Handel durch Untersuchungen und rechtliche Beurteilungen ihrer Güter. Als HandelschemikerInnen oder Sachverständige für Lebensmittelchemie sind sie meist von der Industrie-und Handelskammer bestellt und von der Landesbehörde für die Untersuchung von Gegenproben zugelassen.

In der Ernährungswirtschaft sowie in der Kosmetik-und Bedarfsgegenstände-Industrie haben LebensmittelchemikerInnen umfangreiche Aufgaben in Forschungs- und Entwicklungslaboratorien und sind meist rechtlich verantwortlich für alle Kontrollfunktionen und die Qualität der Produkte.

In der Lebensmittelforschung arbeiten sie an Universitätsinstituten, die gleichzeitig die Studierenden ausbilden, sowie an Forschungsanstalten des Bundes und der Lebensmittelwirtschaft.

Darüber hinaus ergeben sich zahlreiche weitere Tätigkeitsbereiche in Laboratorien und Untersuchungsstellen im Bereich des Trinkwassers, der Umwelt (Abwasser, Luft und Boden), der Landwirtschaft, der chemischen und pharmazeutischen Industrie, der chemischen Toxikologie, gerichtlichen Analytik und klinischen Chemie, also überall dort, wo die speziellen Kenntnisse des Lebensmittelchemikers in der Analytik komplexer Substrate und der Beurteilung der Ergebnisse gefragt sind.

Das Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie, welches zur Fakultät für Chemie und Pharmazie gehört, besteht aus folgenden Lehrstühlen und Arbeitsgruppen:

  • Lehrstuhl für Pharmazeutische und Medizinische Chemie
  • Klinische Pharmazie
  • Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie
  • Lehrstuhl für Lebensmittelchemie

Die Promotion richtet sich nach der Promotionsordnung der Fakultät für Chemie und Pharmazie. Für die Promotion wird ein vorhergehender Abschluss der Diplom- oder Magisterprüfung oder eines Masters vorausgesetzt. Es besteht die Möglichkeit der Promotion im Rahmen der Würzburger Graduiertenschule.

Bachelor/Master:

Verordnung über die Ausbildung und Prüfung der Staatlich geprüften Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker:

Würzburger Online-Interessentest zur Studienfachwahl

Informationsveranstaltungen der Zentralen Studienberatung

Informationen zu Bewerbung und Einschreibung

Informationen für ausländische Studieninteressierte

Information for foreign applicants

Checkliste für Erstsemester

BAföG

Studienfinanzierung

Wohnmöglichkeiten

Stundenplan-Hilfe

Studierwerkstatt (Workshops zu den Studientechniken Schreiben, Lernen und Präsentieren)

Informationen zum Auslandsstudium

Career Centre

Zentrale Einrichtungen der Universität

Gesamtliste Studienangebot der Universität Würzburg

Die hier wiedergegebenen Studieninformationen sind sorgfältig erstellt und werden regelmäßig aktualisiert. Dennoch können sie in Ausnahmefällen Fehler enthalten, veraltet sein oder nicht alle Sonderfälle wiedergeben. Bitte sichern Sie sich deshalb insbesondere bei zulassungs- und prüfungskritischen Themen auf den entsprechenden Internetseiten der Universität Würzburg bzw. der rechtsverbindlichen Quelle, im Regelfall der Prüfungsordnung Ihres Studiengangs, ab. Falls Sie eine Ungenauigkeit entdecken, freuen wir uns über einen Hinweis: am einfachsten per E-Mail an studienberatung@uni-wuerzburg.de

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