Mit welchen Fragestellungen beschäftigt sich das Studienfach?

    • Wie sind literarische Texte gemacht? Wie lassen sie sich analysieren und interpretieren? In welchen historischen und kulturellen Zusammenhängen stehen sie? Was ist der „Mehrwert“ literarischer Texte gegenüber anderen? Was leistet überhaupt Literatur?
    • Wie hat sich die deutsche Literatur von ihren Anfängen bis zur Gegenwart entwickelt? Welche Rolle spielt die europäische Literatur-, Ideen- und Kulturgeschichte dabei?
    • Wie lässt sich die deutsche Sprache in ihren verschiedenen Ausprägungen (Aussprache, Schreibung, Formenbildung, Syntax, Semantik, Wortschatz, Pragmatik, Textsorten) systematisch analysieren und beschreiben?
    • Wie hat sich die deutsche Sprache in Hinblick auf sprachstrukturelle, sprachsoziologische und textsortenspezifische Charakteristika von ihren Anfängen bis zur Gegenwart entwickelt?
    • Welche Techniken der fachdidaktischen Analyse, Diagnose, Planung, Evaluierung und Reflexion schulischer Vermittlungsprozesse im Unterrichtsfach Deutsch gibt es?

    Was sind mögliche Berufsfelder und Arbeitgeber nach dem Studium?

    • Lehramt (Schulen, aber auch andere Bildungseinrichtungen)
    • wissenschaftliche Einrichtungen
    • kulturelle Einrichtungen (Goethe-Institute, Theater, Museen, Ausstellungswesen, Stiftungen) und Kulturmanagement
    • Sprachschulen (Deutsch als Fremdsprache)
    • Medien und Journalismus
    • Bibliotheks- und Archivwesen
    • Bildungs- und Studienberatung
    • Unternehmen (Public Relation/Unternehmenskommunikation, Werbung, Marketing, Consulting, Personalwesen)

    Um sich beruflich außerhalb des Lehramtsbereiches zu etablieren, sind die Studierenden schon während ihres Studiums angehalten, sich selbstständig einen Einblick in die Berufswelt zu verschaffen sowie gemäß ihren persönlichen Interessen und Neigungen aktiv an ihrem individuellen Berufsprofil zu arbeiten.

    Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten solltest du für das Studium mitbringen?

    • gutes mündliches sowie schriftliches Ausdruckvermögen (Sprachkompetenz)
    • hohe Lesekompetenz und große Ausdauer beim Lesen
    • gut ausgeprägtes Literaturgefühl mit entsprechender Leseerfahrung
    • Fähigkeit, historische und kulturelle Differenzen wahrzunehmen
    • Fähigkeit zur theoretischen Abstraktion und Reflexion
    • Bereitschaft, sich auf Unbekanntes und fremd Wirkendes einzulassen

    Welche Interessen solltest du für das Studium mitbringen?

    • Bereitschaft zum ständigen Lesen
    • Interesse an der Komplexität der deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart
    • Begeisterung für Literatur und alle Formen des literarischen Ausdrucks
    • Spaß an Diskussionen und Argumentationen in mündlicher und schriftlicher Form
    • Verständnis für theoretische Reflexionen über kulturelle, soziale und sprachliche Phänomene der Geschichte
  • Germanistik

  • Bachelor

    Hauptfach mit 120 Punkten
    Abschluss B.A.
    Studienbeginn SS / WS
    Regelstudienzeit 6 Semester
  • Bachelor

    Hauptfach mit 75 Punkten
    Abschluss B.A.
    Studienbeginn SS / WS
    Regelstudienzeit 6 Semester
    Hinweise Das Fach kann auch im Rahmen eines Teilzeitstudiums absolviert werden.
  • Bachelor

    Nebenfach mit 60 Punkten
    Abschluss je nach Hauptfach
    Studienbeginn SS / WS
    Regelstudienzeit 6 Semester
  • Germanistik

  • Master

    Einzelfach mit 120 Punkten
    Abschluss M.A.
    Studienbeginn SS / WS
    Zugangsvoraussetzung Fachliche Zugangsvoraussetzungen
    Regelstudienzeit 4 Semester
    Hinweise Achtung: Fristgerechte Bewerbung erforderlich!
  • Master

    Hauptfach mit 45 Punkten
    Abschluss M.A.
    Studienbeginn SS / WS
    Zugangsvoraussetzung Fachliche Zugangsvoraussetzungen
    Regelstudienzeit 4 Semester
    Hinweise Achtung: Bewerbung erforderlich!
  • Deutsch

  • Lehramt

    Gymnasium Unterrichtsfach
    Abschluss Staatsexamen
    Studienbeginn SS / WS
    Regelstudienzeit 9 Semester
  • Lehramt

    Realschule Unterrichtsfach
    Abschluss Staatsexamen
    Studienbeginn SS / WS
    Regelstudienzeit 7 Semester
  • Lehramt

    Mittelschule Unterrichtsfach
    Abschluss Staatsexamen
    Studienbeginn SS / WS
    Regelstudienzeit 7 Semester
  • Lehramt

    Grundschule Unterrichtsfach
    Abschluss Staatsexamen
    Studienbeginn WS
    Bewerbungsverfahren zulassungsfrei, aber Grundschuldidaktik zulassungsbeschränkt
    Regelstudienzeit 7 Semester
    Hinweise Achtung: Grundschuldidaktik zulassungsbeschränkt!
  • Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

  • Zusatzstudium

    Abschluss Zertifikat
    Studienbeginn SS / WS
    Bewerbungsverfahren lokal zulassungsbeschränkt
    Regelstudienzeit 3 Semester
    Hinweise Zusatzstudium für alle Lehramtsstudierenden, die Deutsch als Unterrichts- oder Didaktikfach studieren und sich mindestens im zweiten Fachsemester befinden. Platzvergabe erfolgt per Los.

Gegenstand des Faches

Gegenstand der Germanistik ist die deutsche Sprache und Literatur in Geschichte und Gegenwart. Dieser Gegenstandsbestimmung entsprechend gibt es zwei große Teildisziplinen der Germanistik, nämlich Sprachwissenschaft und Literaturwissenschaft. Dazu tritt die Didaktik der deutschen Sprache und Literatur, also diejenige Disziplin, die sich mit der Lehre des Deutschen und seiner Literatur auseinandersetzt.

Die germanistische Sprachwissenschaft zielt darauf ab, systematisch den Aufbau und den Gebrauch der deutschen Sprache zu erforschen. Im Zentrum steht dabei die sog. Systemlinguistik. Hier geht es um die Regeln der Aussprache, der Schreibung, der Formenbildung und der Satzbildung. Das Vorgehen ist grundsätzlich empirisch: Zunächst dokumentiert man authentischen Sprachgebrauch und dann versucht man auf dieser Basis die einschlägigen Regularitäten zu beschreiben und in größeren Zusammenhängen theoretisch zu modellieren. Das Ziel ist letztlich die Erstellung einer umfassenden Grammatik des Deutschen, in der alle Formulierungsmöglichkeiten – strukturell, funktional sowie in sämtlichen Textformen – eingehend beschrieben und analysiert werden. Da Sprache konstitutiv historisch-sozial angelegt ist, gehört die Erforschung des Sprachwandels zum Kernbereich der Sprachwissenschaft. Sie kann gegenwartsorientiert oder unter historischen Vorzeichen erfolgen: In welchen Formen ändert sich die deutsche Sprache der Gegenwart und wie kann man diesen Wandel angesichts der großen historischen Sprachbewegungen einordnen?

Die germanistische Literaturwissenschaft untersucht und beschreibt die Geschichte der deutschen Literatur von ihren Anfängen bis zur Gegenwart in ihren kulturellen, auch transnationalen Zusammenhängen. Aufgrund der Stoff-Fülle geschieht dies in zwei Teilfächern: der Älteren deutschen Literatur und der Neueren deutschen Literatur.

Gegenstand des Lehr- und Forschungsbereichs Ältere deutsche Literatur ist die Literatur vom Beginn der Schriftüberlieferung im 8. Jahrhundert bis ins 16. Jahrhundert. Die literarischen Zeugnisse werden unter philologischen, literatur- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen erschlossen und in der Literatur-, Medien-, Ideen- und Kulturgeschichte des europäischen Mittelalters und der Frühen Neuzeit verortet. Ziel der mediävistischen Germanistik ist es, die Bedingungen, die Vielfalt und die spezifische Leistung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Literatur in ihrem kulturellen Kontext systematisch zu beschreiben. Das Studium dieser Literatur ist nicht nur geeignet, die ältere deutsche Literatur als eine Textwelt eigener Prägung zu erfassen und damit modellhaft die historische Tiefendimension des Faches Germanistik und seiner Gegenstände zu erkennen. Es erlaubt auch, die kulturellen und literarischen Erscheinungen der Gegenwart in ihrer historischen Bedingtheit wahrzunehmen.

Gegenstand der Neueren deutschen Literatur ist die Literatur von 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Grundlegend zu ihrem Verständnis sind zum einen die Kenntnis ihrer Formulierungsregeln und -traditionen sowie literarhistorisches Epochenwissen. Zum anderen wird die Literatur im Zusammenspiel mit relevanten Kontexten untersucht. Einschlägig sind hier nicht nur die Literatur anderer Länder, sondern auch medienhistorische Entwicklungen und kulturgeschichtliche Zusammenhänge. Untersucht wird dabei, wie sich Literatur einerseits aus sozial-, wissenschafts-, philosophie-, ideen- und mentalitätsgeschichtlichen Entwicklungen speist und wie sie andererseits zu diesen Entwicklungen beiträgt. Im Zentrum steht die Analyse mit der Hilfe fachspezifischer Verfahren (Narratologie, Gedichtanalyse usw.) und der interpretierende Umgang mit literarischen Texten in Präsentationen und Diskussionen. Hinzu kommen Arbeitsfelder wie die Editionsphilologie, die historisch verlässliche Textausgaben erstellt, und die Literaturtheorie, die die analytischen Verfahren des Fachs methodisch reflektiert.

Die Didaktik der deutschen Sprache und Literatur befasst sich mit Fragen der Vermittlung fachlicher Inhalte in institutionellen Lehr-Lern-Prozessen (v. a. Schule). Dabei werden Inhalte in sprach-, literatur- und mediendidaktischer Perspektive erschlossen. Ziel der fachdidaktischen Studien ist es, Lehr- Lern-Prozesse für verschiedene Schulformen und Altersgruppen von Seiten der Gegenstände, der Lernenden und der Lehrenden her zu erschließen. Hierzu zählen Aspekte der Sachkommentierung sowie der Planung, Durchführung und Evaluierung von Lehr-Lern-Prozessen. Die Fachdidaktik greift dabei auf benachbarte Disziplinen aus den germanistischen Bezugswissenschaften sowie aus den anthropologischen Wissenschaften zurück. Die Fachdidaktik als wissenschaftliche Disziplin liefert keine fertige „Rezept-Sammlung“

für Deutschunterricht, sondern vermittelt auf der Basis von Forschungsarbeiten die Grundlagen der didaktischen Reflexion von Vermittlungsprozessen. Dazu zählen auch z. B. Aspekte der Lesesozialisation und Leseförderung, der Kinder- und Jugendliteratur, des Erwerbs literarischer und sprachlicher Kompetenzen oder der Medienintegration. Fester Bestandteil des fachdidaktischen Studiums ist ein Schulpraktikum.

Wer sich für Germanistik als Studienfach entscheidet, sollte vor allem über sehr gute Deutschkenntnisse verfügen und Spaß an der deutschen Grammatik haben. Die Universität betrachtet es nicht als ihre Aufgabe und ist personell nicht dazu in der Lage, unzureichende grammatikalische Fertigkeiten des Studierenden auszugleichen. Außerdem sollte der zukünftige Germanistikstudierende ein besonderes Interesse an deutscher Literatur haben, da im Laufe des Studiums ein umfangreicher Lektürekanon an Primärwerken aus verschiedenen Jahrhunderten zu bewältigen ist.

Die wichtigsten Informationen für Ihr Studium der Germanistik (Aufbau der Studiengänge, Prüfungsanmeldung und -verwaltung, Antworten auf häufig gestellte Fragen usw.) finden Sie gesammelt auf der Infoseite der germanistischen Fachstudienberatung. Ihre eingehende Lektüre wird daher dringend empfohlen. Darüber hinaus sollten freilich auch die Webseiten der einzelnen germanistischen Teilbereiche regelmäßig besucht werden, um hinsichtlich Terminen und aktuellen Entwicklungen am Institut auf dem Laufenden zu bleiben. Auf den Seiten der Fachstudienberatung finden Sie zudem ausführliche Informationen für Erstsemester.

Zu Studienbeginn findet am ersten Vorlesungstag eine Einführungsveranstaltung für Erstsemester statt, in der organisatorische sowie fachliche Informationen gegeben und Fragen geklärt werden. Zeit und Ort entnehmen Sie bitte dem aktuellen Vorlesungsverzeichnis (unter "Einführungsveranstaltungen zum Studienbeginn").

Beachten Sie bitte, dass Sie sich in der Germanistik frühzeitig (deutlich vor Vorlesungsbeginn!) für die Teilnahme an Kursen anmelden müssen. Kümmern Sie sich also rechtzeitig um die Erstellung Ihres Stundenplans! Eine allgemeine Anleitung zur Stundenplanerstellung finden Sie auf der Webseite der Zentralen Studienberatung, konkretere Hilfestellung zur Germanistik auf der genannten Webseite der Fachstudienberatung unter dem Punkt "Modulpläne": Wählen Sie dort Ihren Studiengang und klicken Sie zum besseren Verständnis auf den "Ersti-Hilfe-Koffer" rechts unten.

Das Institut bietet bereits einige Wochen vor dem Beginn der eigentlichen Vorlesungszeit Vorkurse an, die einem reibungslosen Start ins Studium dienen sollen. Informationen dazu finden Sie auf der Seite zum Propädeutikum der Philosophischen Fakultät.

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